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1898

 

Nach dem großen Dorfbrand wurden ca. 313 ha Wald- und Ödland an den Staatsforst verkauft. Erst um diese Zeit entstand die Försterei Adamswalde und es wurde mit der Aufforstung des bis dahin als Schafweide genutzten Landes begonnen.
Förster in Adamswalde :


- Schaber (bis 1995)
- Finger
- Kaiser
- Wölfer
- Burkert

 

1898-1900

 

In diesem Zeitraum wurde die Pflasterung des Pälitzberges vorgenommen. Bis dahin war der Graben dort ein ziemlicher Wasserlauf zwischen dem Großen Pälitz- und dem Debrodsee, der durchfahren bzw. durchlaufen werden mußte.

 

1895 - 1907

 

1896 wurde das Restrittergut von den Erben des 1881 an Lungenentzündung verstorbenen Gutsbesitzer Hermann Natorp an die Familie Behnfeldt verkauft und bis auf 94 ha parzelliert.

 

1900

 

Die Gründerjahre zu Beginn unseres Jahrhunderts bewirkten einen regelrechten "Bauboom" in Berlin, der auch den Absatz der in der Ziegelei Großzerlang produzierten Ziegel deutlich steigen ließ. Günstig bot sich der Wasserweg als Transportmöglichkeit an, sicher allemal schneller als auf den immer noch kaum ausgebauten Straßen. Dringend erforderlich machte sich die Modernisierung und Vergrößerung der Ziegelei. Zur Elektrifizierung betrieb man eine Dampfmaschine, die mit Resthölzern aus den Sägewerken Kleinzerlang, Zechliner Hütte und Fleether Mühle beheizt, Strom erzeugte. Auch der Antransport des Holzes erfolgte auf dem Wasserweg. Der abgebaute Ton wurde auf Gleisanlagen in Loren transportiert und in einer großen Schnecke zermahlen. Nach Zugabe von Wasser und feinem Sand wurden die Ziegelrohlinge entweder mit der Hand gestrichen oder gepreßt und anschließend im Ringofen gebrannt. Um mehr Arbeitskräfte beschäftigen zu können, veranlaßte der letzte Gutsbesitzer Behnfeldt den Bau von 14 Arbeiterhäusern im Ortsteil Kolonie. Natürlich wurden zum Bau Ziegel aus der eigenen Ziegelei verwendet. Anfang des Jahrhunderts bekam das Gut auch den ersten Telefonanschluß. Die Großzerlanger profitierten jedoch davon nicht. Sie mußten im Notfall weiterhin die weiten Wege nach Rheinsberg zu Fuß auf sich nehmen. So scheute man sich oft, ärztliche Hilfe, die zudem teuer bezahlt werden mußte, in Anspruch zu nehmen. Man half sich mit den guten alten Hausmitteln. Die Kindersterblichkeit in Großzerlang war recht hoch. So starben z.B. 1858/59 sechs Kinder an Keuchhusten, Ruhr und den Masern, 1863 bis 1865 sieben an Auszehrung, ebenfalls sieben 1871/72 an Auszehrung, 1887 acht an Diphterie und 1893 acht an allgemeiner Schwäche. Versorgt mit allen lebensnotwendigen Dingen hat man sich größtenteils selbst mit dem, was im Garten und auf den Äckern wuchs. Das Vieh lieferte Fleisch, Milch, Butter, Käse, Eier, Wolle, Federn....Fische gab es ebenfalls reichlich. Brot wurde in großen Backöfen,die hinter den Häusern Dorfstr.7 und 8 standen, gebacken. Neben dem Grundstück Dorfstr.1 gab es einen Brunnen für das ganze Dorf, lange Zeit bis zu den Dreißiger Jahren der einzige. Damit war er gleichzeitig zentraler Treffpunkt vor allem für die Frauen im Dorf. Ansonsten erfolgte die Versorgung vom Pferdewagen aus, wenn die Händler - der Bäcker, Fleischer, Brauer, später auch Tietz und Hertie aus Berlin - das Dorf besuchten. Aus Strasen kam sogar ein Fischhändler mit einem Hundewagen. Den ersten Laden gab es in der Kolonie bei Fränz (jetzt Nr.1); in Großzerlang zuerst bei Lellow (jetzt Dorfstr.5), später Schmidt und in den Dreißiger Jahren bei Kirschke (jetzt Dorfstr.11).

 

1906

 

Auf Grund von Streitigkeiten um die Pacht wurde das Gutshaus 1906 kurzerhand abgerissen.

 

1909-1925

 

Das Restrittergut wechselte des öfteren den Besitzer. In erster Linie diente es Berliner Geschäftsleuten als Geldanlage (1909 Karff, später Elsner).

 

1914-1918

 

Dem 1.Weltkrieg 1914 bis 1918 fielen auch Großzerlanger Söhne zum Opfer. Zusammen mit den Gefallenen aus Zechliner Hütte und Kleinzerlang wurde ihnen zu Ehren 1920 ein Kriegerdenkmal errichtet. Es befindet sich von Prebelow aus in Richtung Rheinsberg rechts der Straße in der Nähe des Zeltplatzes Eckernkoppel am Tietzowsee. Parkartig angelegt, war es lange Jahre Treffpunkt des Kriegervereins der 3 Gemeinden. Leider ist die Inschrift schon ziemlich verwittert. Unter den Gefallenen können wir noch die Namen folgender Großzerlanger entdecken:



- Hermann
- Schumann
- Paul
- Wilf
- Wilhelm
- Wrege
- Wilhelm
- Koch

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