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1943

 

Im Dezember 1943 stürzte ein amerikanischer Bomber vom Typ B 17 in den Steilhang am Großen Pälitzsee. Der Pilot konnte nur noch tot geborgen werden und wurde vorübergehend auf dem Friedhof Großzerlang beigesetzt. 1946/47 wurde der Leichnam von den Amerikanern geholt und zurück in die Heimat überführt.

 

1944

 

Erst 1944, kurz vor Kriegsende. nutzte man die große "Seescheune" der Ziegelei wieder und zwar jetzt als Rüstungsbetrieb. Hier wurden durch sogenannte "Hilfswillige" - vorwiegend Ukrainer - verschiedene Montagearbeiten ausgeführt. Für ihre Unterbringung wurden Baracken errichtet. Kurios dabei war, daß sowohl zum Ausbau der Seescheune als auch zum Bau der Baracken keine Ziegel mehr in der Ziegelei vorhanden waren. Die mußten erst aus Zehdenick angefahren werden. In Folge der neuerlichen Nutzung der Ziegelei wurde auch die erste elektrische Stromleitung nach Großzerlang verlegt. Sie kam direkt von der Schleuse Wolfsbruch Kleinzerlang. Der Strom floß trotzdem noch nicht, da der Transformator auf dem Bahnhof in Rheinsberg stand und nicht nach Großzerlang gebracht wurde. Auch das Dorf selber wurde noch nicht an die Stromleitung angeschlossen. Die Bewohner, noch mißtrauisch gegenüber dem "modernen Teufelszeug", verließen sich weiterhin auf ihre Petroleumlampen. Um die neusten Kriegsnachrichten mit ihrem "Volksempfänger" hören zu können, mußten sie ihre Akkus immer erst in der Kolonie aufladen. Dieser Ortsteil wurde bereits seit 1927 mit Strom aus Kleinzerlang versorgt.

 

1939-1945

 

Fast in jeder Großzerlanger Familie gab es im 2. Weltkrieg Opfer zu beklagen:

 

- Max Schmidt
- Otto Tagnatz
- Artur Bentzin
- Reinhard Koch
- Richard Koch
- Erwin Holzenburg
- Otto Sadler
- Karl Rueger
- Horst Steffen
- Karl Blümler
- Hermann Simon
- Gerhard Körick
- Karl Reinsberg
- Rudolf Kaiser
- Georg Simon
- Herbert Lehmann
- Rudi Böttcher

 

April 1945

 

Ein deutscher Turbinenjäger vom damals ziemlich neuen Typ ME 162 wurde aus Parchim kommend über Strasen abgeschossen und stürzte in Großzerlang auf die Halbinsel. Die Reste des Flugzeugwracks wurden erst vor wenigen Jahren geborgen. Auf dem Rückzug der deutschen Armee blieb im Wald oberhalb von Adamswalde ein Munitionstransport liegen, da es an Zugmaschinen mangelte. Kurzerhand wurde die ganze Ladung in die Luft gesprengt. Noch lange Jahre wurden dort immer wieder gefährliche Munitionsfunde gemacht.

 

01.05.1945

 

Die russische Armee fiel am 1.Mai 1945 in Großzerlang ein. Der Überfall an sich verlief ziemlich ruhig ab. Sie suchten das Dorf vor allem nach deutschen Soldaten, Waffen, "Uhri" und Schnaps ab. Dramatischer waren die Vorgänge in den Wäldern der Umgebung, wo viele auf der Flucht versuchten, sich zu verstecken. In unmittelbarer Nähe Großzerlangs kamen drei deutsche Soldaten ums Leben. Ein junger Bursche von 17 Jahren ertrank bei dem Versuch, den See zu durchschwimmen. Nur von einem war der Name bekannt: Holzhüter. Er wurde am Debrod tod aufgefunden und zunächst dort begraben. Später wurde er mit den beiden anderen Opfern auf dem Friedhof Großzerlang beigesetzt.

 

01.06.1945

 

Die eigentliche Belagerung des Dorfes begann am 1.Juni 1945 und dauerte den ganzen Sommer über. Im heutigen Haus Dorfstr.13 war die Kommandantur der russischen Armee untergebracht. Von hier aus wurde das Leben im Dorf, die Arbeit auf den Feldern und in den Ställen kontrolliert und für die Durchsetzung der Befehle der Sowjetischen Militäradministration gesorgt. In der Kolonie wurde links der Straße entlang der Lichtleitung ein regelrechtes Barackendorf aus Holzbrettern vom Sägewerk Kleinzerlang errichtet. Alle mußten von dem, was noch im Dorf vorhanden war, ernährt werden. Dazu kamen viele Umsiedler und Flüchtlinge, die ihre Heimat im Osten verlassen und in der Fremde ein neues Leben beginnen mußten. So erreichte Großzerlang 1945/46 mit 161 Einwohnern und 32 Umsiedlerfamilien die höchste Bevölkerungszahl. Offiziell gemeldet waren 222, in Wirklichkeit waren es wohl an die 300, vorrangig Frauen, Kinder und ältere Menschen.

 

1946

 

Über die Gemeindeverhältnisse im Jahr 1946 vermittelt der nachfolgende Bericht Ernst Wilbergs einen guten Überblick:

1946 Die demokratische Bodenreform spielte in Großzerlang keine wesentliche Rolle, da kein Grundbesitz über 100 ha vorhanden war. Lediglich 10 landarme Forstarbeiter und 1 Kleinbauer erhielten zusammen 24 ha Wald aus dem Staatsforst.Die Wirtschaften, die von den Besitzern verlassen worden waren, wurden durch den Örtlich Landwirtschaftlichen Betrieb (ÖLB) bearbeitet, damit das Land nicht brach liegen blieb.

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