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1970

 

Erst 1970 erfolgte der Befestigung der Zufahrtstraße von Kleinzerlang über die Kolonie. Die feierliche Einweihung war am 22.08.1970. Neben dem Schulbus fuhr jetzt endlich auch ein Linienbus aus Oranienburg dienstags und freitags Großzerlang an.
In Adamswalde baute das Baukombinat Leipzig den ehemaligen Gasthof zu einem großen Ferienerholungsheim für seine Beschäftigten aus.

 

1971

 

Durch die Gemeinde gebaut wurde ein Omnibuswartehäuschen und auch die Straßenbeleuchtung wurde erneuert. Die ehemalige Schule wurde durch den Feriendienst des FdGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) umgebaut und eine Gaststätte eingerichtet. Die Urlauber waren in Bungalows auf dem Gelände hinter der Gaststätte und in zahlreichen Privatquartieren untergebracht. Mit Essen versorgt wurden sie im "Märkischen Haus", wo auch die kulturelle Betreuung, wie Sport- und Kinderfeste, Tanzabende, Wanderungen, Lichtbildervorträge und Kinoveranstaltungen, stattfand.
Die LPG "Frieden" wurde an die Kleinzerlanger LPG "Einheit" angegliedert, was bedeutete, daß auch die Viehwirtschaft jetzt gemeinsam betrieben wurde. Neben dem Anbau von Kartoffeln, Getreide, Grünfutter und Futterrüben mästeten die Bauern bis zu 500 bis 600 Schweine sowie 70 Milchkühe und Jungrinder in Großzerlang.

 

1973

 

Auch in der Kolonie am Kleinen Pälitzsee wuchsen die Ferienbetriebe. So kaufte der Außenhandelsbetrieb Elektrotechnik Export Import Berlin südlich der Straße brachliegendes Ödland und errichtete dort 15 Finnhütten.

 

1981

 

Insgesamt gab es neben den zwei Zeltplätzen - "Schiefe Eiche" und "Kieferneck" - und Privatbungalows Ferieneinrichtungen von 11 Betrieben in Großzerlang:
1. Baukombinat Leipzig - Schulungs- und Ferienheim Adamswalde
2. Wasserstraßenbau Berlin - Kinderferienlager in der ehemaligen Ziegelei
3. BMK Magdeburg - Kolonie Bungalowdorf
4. Sprelawerke Spremberg - Bungalowdorf Großzerlang
5. AHB Elektro Export-Import Berlin - Finnhütten Kolonie
6. Plattenwerk Velten
7. Ingenieurschule Velten
8. Bergmann Borsig Berlin - Bungalowdorf Kolonie
9. Spezialbau Potsdam - Bungalowdorf Kolonie
10. VEB K Oranienburg
11. TÜV-Leipzig - Bungalow Adamswalde
Diese Betriebe bildeten eine Interessengemeinschaft mit dem Ziel, kommunale Probleme zum gegenseitigen Vorteil gemeinsam zu lösen. So hatten die Betriebe nicht nur die finanziellen Mittel für ihre Ferieneinrichtungen zur Verfügung, sondern auch die notwendigen Gewerke - ansonsten ein ständiger Engpass zu dieser Zeit.
Aktiv war zum Beispiel die Interessengemeinschaft daran beteiligt, die Krankenstube im Ort zu rekonstruieren und umzubauen.

 

1982/83

 

Ebenfalls mit Unterstützung der Interessengemeinschaft wurde in diesem Zeitraum die Konsumverkaufsstelle zur Kaufhalle erweitert, da diese vor allem im Sommer für den Ansturm der Urlauber auf die einzige Einkaufsmöglichkeit im Dorf nicht ausreichend war.
Zur Verbesserung der Wohnungssituation im Ort wurde der Bau von vier Eigenheimen im jetzigen Birkenweg genehmigt und in Angriff genommen.

 

1984

 

Gegenüber dem Konsum wurde ein großer Buswendeplatz gebaut. Da auf Grund seiner Lage auf der Halbinsel Großzerlang schon immer Endhaltestelle für die Busse war, gab es häufig Schwierigkeiten, vor allem für die "Schlenkis", im Ort zu wenden. Dies war praktisch nur möglich, indem rückwärts in die Querstraße gefahren wurde. Der neue befestigte Buswendeplatz konnte hier endlich Abhilfe schaffen. Zugleich wurde er als Dorftreff- und Mittelpunkt ausgebaut mit Springbrunnen, Buswartehäuschen mit Telefonzelle, Bänken und Grünanlagen. Neben Firmen waren die Einwohner immer tatkräftig dabei und legten Hand an, wo es möglich war, z.B. bei der Bepflanzung rund um den Springbrunnen. Versucht wurde immer wieder, dort Rosen anzupflanzen, jedoch hatten diese kaum Chancen, da das Damwild , das ja bis ins Dorf kommt, sich über die Knospen hermachte. So konnte nur gepflanzt werden, was dem Wild nicht "schmeckte" wie z.B. Studentenblumen. Der Buswendeplatz war auch Festplatz des jährlich durchgeführten Sommerfestes. Gemeinsam mit dem Dorfclub und der Ortsgruppe des DFD (Demokratischer Frauenbund Deutschlands) wurde dieses Fest jeweils zum Höhepunkt im kulturellen Dorfleben gestaltet, das zahlreiche Urlauber und Besucher der Umgebung anlockte. So spielte eine Musikkapelle, es wurde gegrillt, getrunken, Verkaufsstände boten Waren an und die Frauen verkauften auf einem Kuchenbasar selbstgebackenen Kuchen. Meist organisierte der Bürgermeister Dieter Baumgarten auch eine Überraschung wie zum Beispiel der Auftritt einer Schlangenbeschwörerin mit echten lebenden Schlangen zum Anfassen. Den Abschluss bildete ein Tanzabend im "Märkischen Haus". Gefeiert wurde in Großzerlang auch zu solchen Anlässen wie der "Internationale Frauentag", "Tanz in den Mai" und der "Tag der Republik".
Für die Kinder und Rentner wurden Weihnachtsfeiern durchgeführt, ebenfalls mit viel Beteiligung der Einwohner, mit selbstgebackenem Kuchen und Plätzchen. Meist trugen die Kinder Lieder und Gedichte vor und ein Weihnachtsmann kam auch vorbei mit süßen Sachen und kleinen Geschenken.

 

1986

 

Zumeist in Feierabendarbeit erfolgte die Vergrößerung des Feuerwehrgerätehauses. Anlässlich der feierlichen Schlüsselübergabe wurden langjährige Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr geehrt und ausgezeichnet.

 

1989

 

Ein neuer Zaun um den Friedhof - ca. 100 m - wurde in freiwilligen Arbeitseinsätzen durch die Einwohner unter Leitung des Bürgermeisters gesetzt und damit endlich verhindert, dass das Wild sich ständig die frisch gepflanzten Blumen holen konnte.
Unter Beteiligung der Interessengemeinschaft wurde das Projekt einer zentralen Abwasseranlage in Angriff genommen. Dazu wurde im Norden des Dorfes ein Klärwerk mit entsprechender Kapazität auch für die Ferieneinrichtungen angelegt und alle Haushalte bis auf Adamswalde angeschlossen. Somit entfiel das Auspumpen der Sammelgruben und Abfahren der Abwässer, die sonst einfach auf die Felder verspritzt wurden.
Im Birkenweg wurde mit dem Bau von vier weiteren Eigenheimen zur Lückenschließung zwischen der Siedlung und dem jetzigen Pappelweg begonnen.

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